In diesem bischunewsletter geht es um den Kindergarten.

Wie können Bibliothekarinnen und Lehrpersonen die Kinder spielerisch in die Nutzung der (Schul-) und Gemeindebibliothek einführen, sodass die Kleinen gerne wieder in die Bibliothek kommen, sich da willkommen- und wohlfühlen und ihre Medien selber finden.

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Wir freuen uns auf Feedbacks zum Newsletter, auf Literatur- und Veranstaltungshinweise, sowie auf weitere interessante Informationen aus der "bischu-Welt".
 

 


>Heute im FOKUS! Kindergarten und Bibliothek

Die Bibliothek kennen lernen
Spielend den Zugang zu Büchern finden
Zusammenarbeit Bibliothek und Kindergarten
Praxisbeispiel: Es klopft bei Wanja in der Nacht

 

Die Bibliothek kennen lernen

Wichtig ist es, dass alle Kindergartenkinder Zugang zu mindestens einer Bibliothek haben.

Bei Bibliothekseinführungen der Kindergartenkinder hat es sich bewährt, wenn die älteren Kinder den jüngeren die Bibliothek zeigen. Immer ein älteres Kind zeigt einem jüngeren, wo es Bücher und andere Medien findet, schaut mit ihm zusammen ein Buch an, spielt mit ihm ein Spiel oder tun sonst etwas gemeinsam. Wenn die Zeit reicht, kann auch der Ausleihvorgang durchgespielt werden.
Sehr wichtig ist es, dass die Eltern die Bibliothek ihrer Kinder kennen und dort willkommen sind. Auch eine Schulbibliothek, die keine Bücher für Erwachsene hat, sollte für die Eltern offen stehen, damit sie sehen, welche Medien den Kindern zur Verfügung stehen. Vielleicht finden sie bei dieser Gelegenheit und mit der Beratung einer Lehrperson ein geeignetes Vorlesebuch.


Spielend den Zugang zu Büchern finden

Spiele mit Büchern machen Lust auf Lesenund wecken das Interesse an Büchern!

Spiel A

Schatzsuche in der Bibliothek: Die Kinder bekommen einen Auftrag: Sucht in (der ganzen oder in einem Teil) der Bibliothek:

  • ein möglichst altes Buch
  • ein möglichst dickes Buch
  • ein möglichst grosses Buch
  • ein möglichst kleines Buch
  • ein Buch mit einem ganz schönen Umschlag 
  • ein Buch, wo es ein Tier vorne drauf hat
  • ein rotes Buch
  • etwas anderes als ein Buch
  • usw.



 

Spiel B

Im Sitzkreis liegen ca. 20 Bilderbücher mit einem gewissen Abstand dazwischen, sodass die Kinder sich rund um die Bücher bewegen können. Die Lehrperson oder die Bibliothekarin gibt Anweisungen:
Geh zu einem Buch

  • mit einem Ball vorne drauf.
  • das dir gefällt.
  • das viel blau auf der Titelseite hat.
  • wo es ein Kind vorne drauf hat.
  • das Wasser auf der Titelseite hat.
  • etc.

vgl. im biblioheft 1, Kindergarten, Auftrag Bücherschlange, S. 22)

Solche und weitere Spiele finden Sie in der Broschüre Tatort Bibliothek, im biblioheft 1 oder (als Auszug) aus dem Bibliotheksführerschein für Kindergartenkinder.


Zusammenarbeit Bibliothek und Kindergarten

Es ist natürlich am einfachsten, wenn bereits im Schulprogramm oder in der Leistungsvereinbarung zwischen Bibliothek und Schule (s. Beispiel Leistungsvereinbarung Opfikon) festgelegt ist, dass alle Kinder, auch die Kindergartenkinder die (Schul-)Bibliothek kennen sollen.
Es hat sich gezeigt, dass es sich sehr lohnt, bei einer ersten Bibliothekseinführung gleichzeitig auch die Eltern der Kindergartenkinder einzuladen. Während ältere Schulkinder die Kindergartenkinder in der Bibliothek herumführen und ihnen vielleicht auch eine Geschichte erzählen, zeigt die Bibliothekarin oder die Lehrperson den Eltern, wie sie ihre Kinder beim Lesenlernen, eben beispielsweise durch die Nutzung einer Bibliothek, unterstützen können.

 


Praxisbeispiel: Es klopft bei Wanja in der Nacht

Im Kindergarten liest die Kindergärtnerin den Kindern die Geschichte "Es klopft bei Wanja in der Nacht" vor. Sie bittet die (Schul-)Bibliothekarin, den Kindern in Fünfer- oder Sechsergruppen während zweimal zwei Lektionen eines der Tiere, die in der Geschichte vorkommen, näherzubringen. Ziel ist, dass die Spezialisten/Spezialistinnen dann, wenn das Tier in der Geschichte auftaucht, den andern Kindern einige Informationen dazu geben können.

Die Kinder, die noch gar nicht oder erst ganz wenig lesen und schreiben können, tragen Informationen zum Tier aus Büchern zusammen, zeichnen Wichtiges, wählen dafür Bilder aus und gestalten mit all diesen Informationen ein Plakat (s. Bild: Bär-Plakat).

Die Bibliothekarin liest aus verschiedenen Sachbüchern und aus dem Internet kurze Texte vor oder erzählt über das Tier, zusammen schauen sie kurze Filme über Bären auf Youtube an und besprechen diese. Anschliessend schreibt die Bibliothekslehrerin als „Skriptorin“ auf, was die Kinder ihr diktieren. Zusammen gibt das ein Plakat mit wichtigen Inform-
ationen, illustriert mit eigenen Zeichnungen und Fotos.
Mit dem selbst gestalteten Plakat können dann die Kinder kompetent die gesammelten Informationen zu den Tieren Fuchs, Bär und Hase präsentieren und weiter vermitteln.

Das Projekt hat sehr gut funktioniert und der ausgestopfte Fuch und Hase aus der Schule haben das ihrige dazu beigetragen, dass die Kindergartenkinder von diesem Ausflug in die Schule und in die BIbliothek begeistert waren.

 


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